{"id":124,"date":"2007-01-07T12:45:23","date_gmt":"2007-01-07T10:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2007\/01\/07\/medientheorie-1\/"},"modified":"2007-01-08T18:56:37","modified_gmt":"2007-01-08T16:56:37","slug":"medientheorie-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2007\/01\/07\/medientheorie-1\/","title":{"rendered":"The Medium Is The Mess #5"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Testcard#15, f\u00fcnfter und letzter Teil<\/strong><\/p>\n<p>Was soll das sein, &#8216;Medientheorie&#8217;? Und was hat es mit dieser Ausgabe der Testcard zu tun? <!--more-->Um erstes Licht ins Dunkel zu bringen, wende ich mich an die <cite><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Medientheorie\">Wikipedia<\/a><\/cite> und erfahre:<\/p>\n<blockquote><p>Als Medientheorie werden spezifische oder generalisierte Forschungsans\u00e4tze verstanden, die das Wesen und die Wirkungsweise von Einzelmedien oder der Medien generell zu erkl\u00e4ren versuchen.<a href=\"#eins\"><i>1<\/i><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die <cite><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Medientheorie#Systematik_nach_Faulstich.2FFa.C3.9Fler\"> Systematik<\/a><\/cite> hilft da eher: Dort wird zwischen Einzelmedientheorien, kommunikationstheoretischen, gesellschaftskritischen und systhemteoretischen Medientheorien unterschieden. Welche Zielsetzung <a href=\"http:\/\/testcard.de\/tc15.html\">The Medium Is The Mess<\/a> selbst verfolgt, ist nicht klar, und auch die Frage vielleicht falsch gestellt, geh\u00f6rt eine wie auch immer geartete theoretische Einheitlichkeit doch nicht zu ihrem Programm. Das Editorial scheint haupts\u00e4chlich eine diffuse Unzufriedenheit mit den gegenw\u00e4rtigen <strong>&#8216;popkulturellen Debatten&#8217;<\/strong> zu artikulieren. Dabei hei\u00dft es, \u00fcber den Status quo &#8216;der Medien&#8217; nachzudenken bedinge eine &#8211; &#8216;zum Teil scharfe&#8217; &#8211; Kritik. Gleichzeitig erscheinen &#8216;die Medien&#8217; als durch den Charakter ihrer Inhalte zu erkl\u00e4ren:<\/p>\n<blockquote><p> [&#8230;] dabei findet sich das Schlimmste in dieser testcard-Ausgabe gar nicht mal angesprochen, weder Sabine Christiansen noch Beckmann oder Kerner, weder Stefan Raab noch die Bullshitisierung kultureller Diskurse durch Volker Panzer im Nachtstudio.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun sind mir popkulturelle Debatten an sich erstmal egal <a href=\"#zwei\"><i>2<\/i><\/a>, und in der Analogie zu obigem Zitat frage ich mich, wann endlich an der menschlichen Sprache scharfe Kritik ge\u00fcbt wird, da mit ihr ja offensichtlich in erschreckendem Ausma\u00df von Massen von Menschen der gr\u00f6\u00dfte Mist geredet wird. So liest sich obiges Zitat eher wie geschm\u00e4cklerisches Gejammer \u00fcber das Programm, das einem nicht passt, als wie eine dem Verst\u00e4ndnis irgendwie dienliche Feststellung. Und wenn diese Beispiele aus dem Fernsehprogramm schon als der Gipfel der Schrecklichkeiten herhalten m\u00fcssen, sagt das doch haupts\u00e4chlich, dass es gar kein wirkliches Problem gibt. Also alles in Butter?<\/p>\n<p>Ansonsten habe ich zu dieser Augabe nicht mehr viel zu sagen; <strong>Johannes Ullmaiers<\/strong> <em>&#8220;Hat jemand etwas anderes behauptet?&#8221; \u00dcber Wirklichkeit als Medium.<\/em> ist lesenswert, wenn auch in der Verweigerung von sowas wie einer stringenten Argumentation geradezu adornitisch:<\/p>\n<blockquote><p>Medientheoretiker sind ein bisschen so wie Werbung: Um zu re\u00fcssieren, m\u00fcssen sie schreien, \u00fcbertreiben, und dem Schwachsinn Opfer bringen, manchmal auch der Macht (McLuhan &#8216;kommunizierte&#8217; viel f\u00fcr <em>General Electric<\/em>).<\/p><\/blockquote>\n<p>Und:<\/p>\n<blockquote><p>Unsere Schallplatten handeln vom Roh\u00f6l, das f\u00fcr sie verbraucht wird. Sorry.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Marcus Stiglegger<\/strong>s <em>DVD \u2013 &#8220;Digital Variation Disc&#8221;? Anmerkungen zu einem Medium der absoluten Zuschauer-Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/em> f\u00e4llt klar in die Kategorie der &#8216;Einzelmedientheorie&#8217;, und befreit sich von der Illusion des &#8216;einzigartige Artefakts&#8217;, &#8216;des vollkommenen und abgeschlossene Spielfilms&#8217;, den es in Wirklichkeit nie gegeben habe, weshalb er auch von der DVD nicht zerst\u00f6rt werden kann. Wobei der Gedanke durch eine R\u00fcckgriff auf die Kritische Theorie erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnte, da der Film \u00fcberhaupt erst aufkam, als die <strong>Kategorie des &#8216;Werks&#8217;<\/strong> laut <em>Adorno<\/em> schon im Zerfall begriffen war. Und auch auf diese Frage lie\u00dfe sich leicht eine adornitische Antwort finden:<\/p>\n<blockquote><p>Was z\u00e4hlt der Film, wenn das Medium seine eigenen Anforderungen hat? <a href=\"#drei\"><i>3<\/i><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Interessanter ist es aber, nach einer anderenzu suchen. <strong>Kerstin Stakemeier<\/strong> (<em>Kunst und Nebenwelt. Medien der (Re)Aktion.<\/em>) wiederum hat <em>Benjamin<\/em> anscheinend komplett anders gelesen als ich, wenn sie schreibt, er habe \u00fcber die Zementierung der Trennung von Produzenten und Rezipienten geschrieben; hei\u00dft es bei ihm doch u.a., dass mit der &#8216;wachsenden Ausdehnung der Presse&#8217; &#8216;immer gr\u00f6\u00dfere Teile der Leserschaft&#8217; &#8216;unter die Schreibenden&#8217; gerieten, bzw.:<\/p>\n<blockquote><p>Damit ist die Unterscheidung zwischen Autor und Publikum im Begriff, ihren grunds\u00e4tzlichen Charakter zu verlieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Nimm das, Web 2.0!) Andererseits glaube ich auch nicht, dass ich viel von ihrem Text verstanden habe. Nun ja.<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p>P.S.: <strong>Susann Witt-Stahl<\/strong> hat f\u00fcr mich einen der absoluten Tiefpunkte der Ausgabe verfast:<em>\u2026 nichts weiter als barbarische Schlachterei. Krieg in der neoliberalen Mediengesellschaft.<\/em> Darin vertritt sie die These der Politikwissenschaftlerin Mary Kaldor, <\/p>\n<blockquote><p>die behauptet, die Ideologie des Krieges habe sich gewandelt. Als Legitimation milit\u00e4rischer Aktionen diene weniger die &#8216;Wahrung nationaler Interessen&#8217;, sondern die &#8216;Verteidigung der kulturellen Identit\u00e4t&#8217; &#8211; Krieg als Kulturkampf f\u00fcr unseren Way of Life, der grunds\u00e4tzlich mit &#8220;Zivilisation&#8221; gleichgesetzt wird<\/p><\/blockquote>\n<p>und kommt zu dem Schluss:<\/p>\n<blockquote><p>Krieg als grausames Naturschauspiel, das weder politische Ursachen noch \u00f6konomische Hintergr\u00fcnde kennt und damit das Ende der Geschichte markiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>M\u00f6glicherweise besteht hier schlicht eine gro\u00dfe Diskrepanz zwischen den von uns jeweilis konsumierten Medien &#8211; mein Eindruck ist geradezu gegens\u00e4tzlich der, dass die Betonung der Bedeutung des nationalen Interesses unter der gegenw\u00e4rtigen usamerikanischen Regierung im Verh\u00e4ltnis zur \u00c4ra Clinton eher eine Renaissance erlebt hat. <\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<ol class=\"footnotes\">\n<li id=\"eins\">Bei &#8216;Wesen&#8217; sehe ich schon fast Gespenster.<\/li>\n<li id=\"zwei\">Christoph J\u00e4cke versucht sich in diesem Band (Museum, Archiv, Netz. Popgeschichte(n) als Mediengeschichte(n)) an einer Popkultur-Definition, die auch nicht gerade dazu beitr\u00e4gt, meine Neugier zu kitzeln:<br \/>\n&#8220;Ich begreife Popkultur als den kommerzialisierten Bereich, der Themen industriell produziert, medial (im Sinne von massenmedial) vermittelt und von zahlreichen Personen mit Vergn\u00fcgen genutzt und weiterverarbeitet wird.&#8221;<\/li>\n<li id=\"drei\">Wird die DVD als k\u00fcnstlerisches Medium aufgefasst ist diese Frage eine, die sich bei jedem Medium stellt, mit der jeder K\u00fcnstler zu ringen hat, um nicht zu sagen eine, die Kunst gerade ausmacht. Sogesehen k\u00f6nnte man argumentieren, dass nur diejenigen, die nur die \u00fcbertragenen Bilder, Kl\u00e4nge und Bewegungen (also &#8216;den Film&#8217;) als das k\u00fcnstlerische Material einer DVD betrachten, schlicht zu kurz denken; die M\u00f6glichkeiten, die der Zuschauer hat und die, die man ihm gibt, geh\u00f6ren auch dazu. Fraglich, ob es sogesehen bereits sowas wie &#8216;DVD-Kunst&#8217; gibt.<\/li>\n<li id=\"vier\">Ich seh schon wieder Gespenster.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Testcard#15, f\u00fcnfter und letzter Teil Was soll das sein, &#8216;Medientheorie&#8217;? 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