{"id":139,"date":"2006-10-15T20:31:58","date_gmt":"2006-10-15T18:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2006\/10\/15\/funkerspuk-fnord-und-ferblendungszusammenhang\/"},"modified":"2006-10-16T20:48:14","modified_gmt":"2006-10-16T18:48:14","slug":"funkerspuk-fnord-und-ferblendungszusammenhang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2006\/10\/15\/funkerspuk-fnord-und-ferblendungszusammenhang\/","title":{"rendered":"Funkerspuk, Fnord und Ferblendungszusammenhang"},"content":{"rendered":"<p>Wenn mich nicht alles t\u00e4uscht verk\u00fcndet mir die <a href=\"http:\/\/pentabarf.org\/Main_Page\">Pentabarf<\/a> Instanz f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/events.ccc.de\/congress\/2006\/cfp\/\">23C3 &#8211; Who Can You Trust?<\/a> inzwischen, dass ich sowohl einen Vortrag \u00fcber die deutsche Paranoia gegen\u00fcber dem Radio halten darf (geschichtstr\u00e4chtig, geht es doch u.a. darum, wie gr\u00fcndlich schon in der Weimarer Republik f\u00fcr Zensur gesorgt wurde, und wie leicht dies die propagandistische Gleichschaltung dieses Mediums den Nazis machte), als auch zusammen mit <a href=\"http:\/\/www.classless.org\/2006\/10\/15\/chaos-und-kritische-theorie-auf-dem-23c3\/\">Classless<\/a> \u00fcber die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kritischer Theorie und Diskordianismus, Adorno und <a href=\"http:\/\/www.rawilson.com\/\">Robert Anton Wilson<\/a> orakeln. Aus vorfreudigem \u00dcbermut hier schonmal die vorl\u00e4ufigen Ank\u00fcndigungstexte, und wenn irgendwem noch etwas zu einem der Themen einf\u00e4llt, und sei es nur eine Frage, ich nehme alles dankbar entgegen&#8230;<!--more--><\/p>\n<h3 id=\"funkerspuk\">1<\/h3>\n<h3>&#8216;Funkerspuk&#8217;, Amateur Radio Leagues and different approaches to control of the airwaves<\/h3>\n<p>The introduction of radio in the USA and Germany is compared, the role amateurs played and how the respective authorities reacted to them. Questions arise as to how those reactions were models for the treatment of younger communication technologies, and the different approaches to uncontrolled communication will be sketched out. Is &#8220;everybody can listen in&#8221; a scary thing?<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Radio was one of the first technologies to provoke that obsessive play that later resulted in the &#8216;geek&#8217; stereotype\/reality. It was empowering communication through self built &#038; played with appliances like nothing before. In the reactions of the governments of the time models for the reactions to new communication technologies were established. In fact, the two-way communication possible through amateur radio likens it way more to modern networking technologies than to any of the other &#8216;big media&#8217; that have evolved in the meantime, TV as well as the different incarnations of music recording and playback, video etc.. But the reactions to radio in the USA and Germany in the early twentieth century were completely different. In the former, the amateurs were accepted, organised, listened to in regards of legislation issues, and found to be a handy resource to rely on in WW1. In the latter, the amateurs were only produced by WW1, educated in the army, and had a brief flowering through the &#8216;Mi\u00dfbrauch von Heeresger\u00e4t&#8217; (&#8216;misuse of military property&#8217;) afterwards, but were illegalised after the failed November Revolution of 1918. Radio in the Weimar Republik was controlled by an huge censoring apparatus. Nobody thought of extending the freedom of the press to radio. <\/p>\n<p>In fact, the introduction of organised radio broadcasting was hindered by the slowness of the german authorities in deciding on which kind of control to rely on: somebody checking the material before it is broadcast, somebody being present in the studio while it is broadcast, or somebody personally controlling every single receiver in the country. Later, the amount of radio control allready established made it extremely easy to take hold of by Goebbels after the &#8216;Machtergreifung&#8217;, and amateur radio only got legal after WW2. So, while in the USA a private radio industry developed, with all the characteristics a private culture industry has, in germany it stayed a government controlled medium; whereas in the USA the uncontrolled communication of amateurs was taken for granted, nothing could have scared the german authorities more.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Es geht um die Chronologie der Einf\u00fchrung von Radio in den USA und Deutschland, die Rolle, die die Funk-Amateure bei ihr gespielt haben und wie mit ihnen umgegangen wurde. Dabei spielt der erste Weltkrieg eine gro\u00dfe Rolle, konnten hier von den USA die selbst-ausgebildeten Amateure doch schon eingesetzt werden, w\u00e4hrend in Deutschland erst im Krieg in gro\u00dfer Zahl Funker ausgebildet wurden und sich nach dem Krieg teilweise als Amateure des Heeresger\u00e4tes bem\u00e4chtigten (&#8216;Funkerspuk&#8217;). W\u00e4hrend in den USA selbstorganisierte Funker-Vereine vom Kongress angeh\u00f6rt wurden, wenn es um Radiogesetzgebung ging, und ihre Interessen tats\u00e4chlich Ber\u00fccksichtigung fanden, jagte das Engagement vieler Funker in Deutschland f\u00fcr die Novemberrevolution den deutschen Beh\u00f6rden einen solchen Schrecken ein, dass die Kontrolle und Z\u00e4hmung, die Zensur und der Ausschluss der M\u00f6glichkeit von &#8216;Funkerspuk&#8217; die Radiopolitik der Weimarer Republik bestimmte. Dabei wurde durchaus festgestellt, wie gut das Radio zur Verbreitung von Nachrichten geeignet ist, nur dass es auch unter die Pressefreiheit fallen k\u00f6nnte, darauf kam keiner. So musste Goebbels schlie\u00dflich das Radio nicht &#8216;gleich schalten&#8217; im Sinne des Wortes, sondern die bereits installierten Kontrollmechanismen nur nutzen. Sp\u00e4ter sollte schlie\u00dflich das deutsche Streben nach inhaltlicher Kontrolle die Innovation und Verbreitung von Tonbandger\u00e4ten in Deutschland entscheidend f\u00f6rdern, und in den USA das Interesse an der rein gesch\u00e4ftlichen Kontrolle der Radionetzwerke die Verwendung des Tonbandes bis nach dem Zweiten Weltkrieg blockieren .<\/p>\n<h3 id=\"chaos\">2<\/h3>\n<h3>Critical Theory and Chaos<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend Wilson sich alles gibt, in jeden Abgrund schaut und sich m\u00f6glicherweise experimentell erstmal reinfallen l\u00e4sst, denkt die Kritische Theorie vom Wissen um den Holocaust, dem einen gro\u00dfen Abgrund aus, dessen Wiederholung es unbedingt zu vermeiden gilt. Und w\u00e4hrend vieles ihrem Blick entgeht, kann man Wilsons Neophilie und Optimismus, seinem Vorspielen von M\u00f6glichkeiten und nichts zuletzt der teilweise an Selbsthilfe-Handb\u00fccher gemahnenden Aufforderung, neue M\u00f6glichkeiten des eigenen Nervensystems zu spielen, vorwerfen, den Fokus von den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen weg und auf die (Eigen-)Schuld des Einzelnen zu richten. Wobei auch der Kritischen Theorie klar ist, dass die Verh\u00e4ltnisse so sind, wie sie sind, weil sie von jedem einzelnen st\u00e4ndig reproduziert werden. Eine Huhn-oder-Ei-Frage also? Alles blo\u00df eine Frage der Perspektive?<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Kritische Theorie und Diskordianismus geh\u00f6ren zu den am weistesten verbreiteten Elementen des &#8216;social hacking&#8217;, jedoch ist gerade in den letzten Jahren des Adbusting und des Hacktivism un\u00fcbersehbar geworden, da\u00df von beiden Denktraditionen in der Hauptsache stark vereinfachte und oft auch ideologisch abgeschlossene Formen Verwendung finden. Kritische Theorie wird zumeist auf ein unbestimmtes Unbehagen an der Kulturindustrie, der Globalisierung und den technologischen Entwickungen reduziert, w\u00e4hrend Diskordianismus zur Illustration oft bedenklicher Parteinahmen f\u00fcr irrationale politische Auffassungen dient.<\/p>\n<p>Wenn nun der Versuch unternommen wird, die Kritische Theorie dem diskordischen Witz auszusetzen und den Diskordianismus der Ideologiekritik, soll es dabei um zweierlei gehen:<\/p>\n<p>Erstens um eine Freilegung des jeweiligen Potentials, um die Frage danach, worin sich die popul\u00e4re Version von diesem Potential unterscheidet oder ihm gar entgegensteht. Hierzu wird die diskordische Infragestellung des je eigenen Standpunktes der intellektuellen Autorit\u00e4tsvorstellung der Kritischen Theorie entgegengehalten und andersherum die vermeintliche diskordische Offenheit, etwa im verschw\u00f6rungstheoretischen Diskurs, ideologiekritisch betrachtet. Es wird diskordische Witze \u00fcber Adorno geben und in der Gegenrichtung adornitische Humorkritik.<\/p>\n<p>Zweitens soll es um die M\u00f6glichkeiten der wechselseitigen Anregung gehen, wobei zu diskutieren sein wird, inwiefern diese Wechselwirkung wegen der verschiedenen sozialen und politischen Hintergr\u00fcnde der beiden Denktraditionen nicht zustande kommt. Hier wird das jeweilige Bild vom andern interessieren und die Frage, welche Szenen und Bewegungen sich jeweils aus welchen Motiven f\u00fcr eine der beiden Ideengeb\u00e4ude entschieden haben. Zur Diskussion stellen sich die M\u00f6glichkeiten einer kritischen Bewaffnung des Chaos und eine Psychedelisierung der Kritischen Theorie.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Beide Vortr\u00e4ge werden wir auf Englisch halten. Und nicht vergessen: Fnord schl\u00e4ft nie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn mich nicht alles t\u00e4uscht verk\u00fcndet mir die Pentabarf Instanz f\u00fcr den 23C3 &#8211; Who Can You Trust? inzwischen, dass ich sowohl einen Vortrag \u00fcber die deutsche Paranoia gegen\u00fcber dem Radio halten darf (geschichtstr\u00e4chtig, geht es doch u.a. darum, wie gr\u00fcndlich schon in der Weimarer Republik f\u00fcr Zensur gesorgt wurde, und wie leicht dies die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,9],"tags":[],"class_list":["post-139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geschichte","category-veranstaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=139"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}