{"id":172,"date":"2006-12-28T03:22:16","date_gmt":"2006-12-28T01:22:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2006\/12\/28\/revenge-of-the-female-nerds\/"},"modified":"2006-12-28T14:10:39","modified_gmt":"2006-12-28T12:10:39","slug":"revenge-of-the-female-nerds","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2006\/12\/28\/revenge-of-the-female-nerds\/","title":{"rendered":"Revenge of the Female Nerds"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/www.techsploitation.com\/\">Annalee Newitz<\/a> auf dem <a href=\"http:\/\/events.ccc.de\/congress\/2006\/Fahrplan\/events\/1709.en.html\">23c3<\/a><\/h3>\n<p>Newitz er\u00f6ffnete ihren Vortrag mit einer Anekdote von der <a href=\"http:\/\/www.defcon.org\/\">Defcon<\/a>: als sie zum ersten Mal dort war (als Sprecherin?), habe sie jeder, dem sie begegnet sei, und zwar M\u00e4nner wie Frauen, erstmal gefragt, wessen Freundin sie sei. Sie betonte, dass es ihr nicht darum ginge, \u00fcber die b\u00f6sen M\u00e4nner rumzujammern, sondern darum, <strong>gesellschaftliche Mythen<\/strong> und <strong>soziale Muster<\/strong> zu entlarven, denen wir alle aufsitzen und die wir alle reproduzieren. Es ginge also nicht nur darum, wie M\u00e4nner Frauen sehen, sondern darum, wie Frauen sich selbst und M\u00e4nner Frauen sehen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nMit der Realit\u00e4t, dass die <strong>Hackerszene<\/strong> (und naturwissenschaftlichen bzw. technischen Gebiete im Allgemeinen) \u00fcberdeutlich m\u00e4nnlich dominiert sei, k\u00f6nne Frau auf verschiedene Weise umgehen. So g\u00e4be es zwar Frauen, die den Umstand, dass sie immer erstmal <strong>untersch\u00e4tzt werden<\/strong>, zu ihrem Vorteil auszunutzen w\u00fc\u00dften, da die jeweiligen Gegen\u00fcber dadurch unaufmerksam werden und sich Bl\u00f6\u00dfen geben, andererseits aber eben auch die, die auf Grund solcher Vorurteile von guten Jobs verdr\u00e4ngt oder sie gar nicht erst kriegen w\u00fcrden, hin zu denen, die irgendwann entnervt aufgeben und das jeweilige m\u00e4nnlich dominierte Gebiet schlicht r\u00e4umen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber sie wolle sich nicht beklagen, sondern nach den <strong>Ursachen <\/strong>fragen. Schlie\u00dflich leiden alle Beteiligten unter diesen Zust\u00e4nden. Zur Illustration erz\u00e4hlte sie <strong>zwei Geschichten<\/strong>:<\/p>\n<ol>\n<li>An ihrer Uni sollte ein Fitnesscenter neu gebaut werden. Zu diesem Zweck sei eine Studie \u00fcber die bisherige Nutzung des alten Fitnesscenters erstellt worden, und dabei sei herausgekommen, dass Frauen nur 30% der Nutzer stellten. In dem Neuba seien nun nur ein drittel so viele Umkleidekabinen f\u00fcr Frauen wie f\u00fcr M\u00e4nner eingeplant worden. Auf diese Art und Weise sei <strong>physisch festgelegt<\/strong> worde, dass auch in den n\u00e4chsten 50 -100 Jahren nicht mehr als 30% der Nutzer Frauen sein k\u00f6nnten. Nat\u00fcrlich v\u00f6llig ungeachtet des Umstandes, dass dieser Anteil in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen ist und durchaus noch weiter steigen kann.<\/li>\n<li>Auf der Defcon 2005 habe es einen <strong>Vortrag zum Thema &#8216;weibliche Hacker&#8217;<\/strong> gegeben. Der Mann, der den Vortrag hielt habe gemeint, wirklich recherchiert zu haben, und sei zu dem Schluss gekommen, es g\u00e4be keinen weiblichen Hacker. W\u00e4hrend er dies verk\u00fcndete seien durchaus nicht wenige weibliche Hacker im Publikum gewesen, aber die verlie\u00dfen nach und nach den Raum und am Ende seines Vortrages h\u00e4tte es sie tats\u00e4chlich &#8216;nicht gegeben&#8217;. Sp\u00e4ter sei ein Vortragsvorschlag von drei Frauen zum selben Thema dann abgelehnt worden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sie betonte, dass die Verwendung von <strong>Statistiken<\/strong> problematisch sei, wenn man annehmen m\u00fcsse, dass die Zukunft anders sein werde als die Vergangenheit, und erkl\u00e4rte vier <strong>grunds\u00e4tzliche Annahmen<\/strong>, von denen sie ausgehen w\u00fcrde und \u00fcber die sie nicht mehr diskutieren wolle:<\/p>\n<ol>\n<li>Die beklagenswerten Geschlechterverh\u00e4lntisse seien ein Problem f\u00fcr alle, nicht nur Frauen.<\/li>\n<li>Frauen sind ebenso bef\u00e4higt zu Technik und Wissenschaft wie M\u00e4nner<\/li>\n<li>Eben die Problematik von Statistiken<\/li>\n<li>Und ja, es gibt Frauen in Wissenschaft &#038; Technik<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sie machte sich \u00fcber einige Statistiken und vor allem deren g\u00e4ngige Interpretationen her stellte drei <strong>zentrale Mythen<\/strong> dar, die die Wahrnehmung von Frauen in diesen Gebieten tr\u00fcben und dadurch auch ihre tats\u00e4chlich Partizipation behindern w\u00fcrden:<\/p>\n<ol>\n<li>&#8220;Frauen interessieren sich nicht f\u00fcr Technik.&#8221;<\/li>\n<li>&#8220;Schlaue Frauen sind unattraktiv (und Frauen sollten aber attraktiv sein).&#8221; Arbeits- und Mentorenbeziehungen zwischen M\u00e4nnern und Frauen seien per se verd\u00e4chtig, doch nur aus sexuellen Motiven zu bestehen. Man solle sich an das gemeinsame Arbeiten endlich gew\u00f6hnen.<\/li>\n<li>&#8220;Frauen verbringen lieber die ganze Nacht mit Babies als im Labor.&#8221; In Empfehlungsschreiben f\u00fcr Frauen werde 6 x so h\u00e4ufig auf deren Familienleben eingegangen wie in solchen f\u00fcr M\u00e4nner.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Solange das so sei solle man gezielt den Kontakt mit Frauen in diesen Gebieten suchen, die, die man trifft anerkennen und bemerken und fiktive female Nerds abfeiern, wo man sie finden k\u00f6nne. Dazu geh\u00f6re, nicht st\u00e4ndig auf das Familienleben von Frauen zu schielen und andererseits aber auch anzunehmen, dass das Privatleben von M\u00e4nnern sich auf deren Karriere auswirken k\u00f6nne. Ich fand Trinity leider ein etwas schwaches Beispiel f\u00fcr fiktive female Nerds, zumindest angesichts dessen, zu was f\u00fcr einer Figur sie teilweise schon im ersten, aber endg\u00fcltig in den folgenden Matrix-Filmen degradiert wird. Nun ja.<\/p>\n<p>Gegen Ende habe ich es geschafft ihr ein Exemplar dieses wahrscheinlich sehr tollen Buches abzuschwatzen: <a href=\"http:\/\/www.shessuchageek.com\/\"><strong>She&#8217;s Such a Geek<\/strong><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.shessuchageek.com\/Geek_cover_small.jpg\" alt=\"she is such a geek cover\" \/><\/a>. Das wird f\u00fcr den Rest des Kongresses bei uns am B\u00fccherstand <strong>zur freien Einsich<\/strong>t herumliegen. Wer will ist eingeladen vorbeizukommen und einen Blick hinein zu werfen. Meistens ist bei uns auch noch ein Stuhl frei&#8230;<\/p>\n<p>P.S. <a href=\"http:\/\/www.plomlompom.de\/futurplom\/1320\/\">Plomlompom war auch da.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Annalee Newitz auf dem 23c3 Newitz er\u00f6ffnete ihren Vortrag mit einer Anekdote von der Defcon: als sie zum ersten Mal dort war (als Sprecherin?), habe sie jeder, dem sie begegnet sei, und zwar M\u00e4nner wie Frauen, erstmal gefragt, wessen Freundin sie sei. 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