{"id":69,"date":"2006-06-18T13:58:45","date_gmt":"2006-06-18T12:58:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2006\/06\/18\/the-medium-is-the-mess-1\/"},"modified":"2006-08-13T15:33:34","modified_gmt":"2006-08-13T14:33:34","slug":"the-medium-is-the-mess-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.scrupeda.net\/wordpress\/2006\/06\/18\/the-medium-is-the-mess-1\/","title":{"rendered":"The Medium Is The Mess #1"},"content":{"rendered":"<p>\nDa ich auf absehbare Zeit nicht die Ruhe haben werde, die ganze <a href=\"http:\/\/testcard.de\/tc15.html\">Testcard #15<\/a> mit dem bezaubernden Titel auf einmal zu besprechen, folgen hier nur die ersten bits&#8217;n&#8217;pieces. In Inhaltsverzeichnisordnung, in Auslassung meiner eigenen Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>(Nicht verwirren lassen, wenn euer browser der Meinung ist, der Link f\u00fchre zu #14:Discover America. Fehler im Code, nicht im Inhalt.)(Ja, das Editorial ist ein wenig flach. Bitte keine voreiligen Schl\u00fcsse.)<br \/>\n<br \/>\n<strong>Roger Behrens: Galaxy Quest. Ein Versuch zur kritischen Theorie der Netzwelt.<\/strong><\/p>\n<p>Behrens refferiert \u00fcber McLuhans Medientheorie und deren Einteilung der Menschheitsgeschichte in vier Epochen: <\/p>\n<ul>\n<li>die &#8220;Welt des Ohres&#8221;<\/li>\n<li>die &#8220;Manuskriptkultur&#8221;<\/li>\n<li>die &#8220;Gutenberggalaxis&#8221; und<\/li>\n<li>das &#8220;Zeitalter der Elektrizit\u00e4t&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weiter geht es kurz um die Entwicklung dieser Medientheorie nach McLuhans Tod 1980, bis dann unter der \u00dcberschrift &#8220;Das Zeitalter der Angst&#8221; der eigentliche Spa\u00df anf\u00e4ngt:<!--more--> Behrens zeichnet die Geschichte dieses Begriffes nach, seine Bedeutung bei Leonard Bernstein, der sich mit einer Sinfonie dieses Namens 1949 (bevor McLuhan ihn verwendete) auf den Holocaust bezog, und grenzt McLuhans von Heidegger bezogenes Verst\u00e4ndnis eines ontologiesierten Begriffs der Angst davon ab:<\/p>\n<blockquote><p>In der Welt der Technik geh\u00f6rt Angst zum Dasein des Menschen, unabh\u00e4ngig von konkreten politischen, sozialen oder \u00f6konomischen Bedrohungen. Die Angst geh\u00f6rt hierbei, um mit Heidegger zu sprechen, zur Geworfenheit des Seins.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als zweite wichtige Quelle von McLuhan beschreibt Behrens Karl Popper, weist auf die Gemeinsamkeit von Popper\/Heidegger hin, &#8220;die bestehende Welt r\u00fccksichtslos [zu] verteidigen&#8221; und kontrastiert das mit der kritischen Theorie, Aussagen Adornos, Horkheimers und Marcuses zur Signifikanz von Computern, technologischer Rationalit\u00e4t etc. liefert eine vorl\u00e4ufige Zusammenfassung:<\/p>\n<blockquote><p> McLuhans Medientheorie interpretiert die Gesellschaftsstruktur als Effekt der Medienentwicklung; kritischen Theorie sieht die Medien als &#8220;Ausdruckszusammenhang&#8221; (Benjamin) der Gesellschaft&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Der (erhebliche) Rest des Textes besch\u00e4ftigt sich mit der Bedeutung der Sprachphilosophie f\u00fcr die Medientheorie, McLuhans Metaphern und deren Schw\u00e4chen, der Frage, inwiefern Medientheorie nicht auch Medienkritik sei,<\/p>\n<blockquote><p>Medientheorie geht es prim\u00e4r nicht um materielle Verh\u00e4ltnisse, sondern eben das um das Mediale, das Vermittelnde solcher Verh\u00e4ltnisse; oder um die Logik des Mediums <em>an sich<\/em>, um eine Ontologie der Vermittlung.<\/p><\/blockquote>\n<p>und deutet an, was in der Medientheorie alles <em>nicht<\/em> vorkommt.<\/p>\n<p>Insgesamt eine sehr sch\u00f6ne, erhellend gr\u00fcndliche Abwatsche.<br \/>\n<br \/>\n<strong>Diverse: &#8220;Die Arch\u00e4ologen der Zukunft haben einen ziemlichen Scheiss-Job.&#8221; Statements aus &#8220;Become The Media&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Vier Seiten lose Zitatsammlung zum Thema &#8220;Medien&#8221;, unterschiedlich gut\/anregend\/\u00fcberfl\u00fcssig. Liebling: <\/p>\n<blockquote><p>Es wird eine neue Technologie entwickelt. Ein Amerikaner, ein Japaner und ein Deutscher &#8211; &#8230; &#8211; werden dazu befragt. Der Amerikaner sagt: &#8220;Perfekt, das kan man f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie und f\u00fcr Blockbuster-Produktionen verwenden&#8221;. Der Japaner will gleich die Bauanleitungen sehen, um es effizienter und kleiner zu machen. Und der Deutsche rennt manisch rum und schreit: &#8220;Es bringt uns alle um! Es bringt uns alle um!&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>\n<strong>Thomas Venker: Radio Gaga. \u00dcberlegungen und Meinungen zum Status quo der Radiokultur in diesem Land.<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Venker schreibt relativ platt \u00fcber die Situation dessen, was er als wertvolle Radiomusikberichterstattung bzw. &ndash;Sendung betrachtet. Es geht also um Geschichte und Zustand bestimmter Sendungen, das Feindbild ist selbstverst\u00e4ndlich der &#8220;Charts&ndash;Mainstream von der Stange&#8221; und das Fazit: <\/p>\n<blockquote><p>Die Konsequenz der letzten Jahre: Die interessanten Radiosendungen kann man mittlerweile an zwei H\u00e4nden aufz\u00e4hlen.<\/p><\/blockquote>\n<p>und:<\/p>\n<blockquote><p>Es zeigt sich, wie wichtig das Schreiben \u00fcber Popmusik ist. Das geschriebene Wort ist noch immer oft der erste und einzige Kontakt mit tollen, weniger bekannten K\u00fcnstlern. <\/p><\/blockquote>\n<p>Trotz dieser recht beliebigen Einteilung in Indie\/Mainstream = gut\/schlecht und der Wirgef\u00fchlt\u00fchmelei in der nat\u00fcrlich nicht weiter erkl\u00e4rt werden muss, was &#8220;interessante&#8221; Radiosendungen sind ist der Text wahrscheinlich f\u00fcr Radioh\u00f6rer als Wegweiser ganz brauchbar. Mir ist es leider unm\u00f6glich Venker zu folgen, wenn er sich als Chefredakteur einer Musikzeitschrift, die mir seit Jahren kaum mehr ein G\u00e4hnen entlockt, seine eigene Notwendigkeit herbeischreibt.<br \/>\nF\u00fcr mich sind &#8220;tolle K\u00fcnstler&#8221; halt doch zu einem gro\u00dfen Teil andere.<br \/>\n<br \/>\n<strong>Clemens Beier:<br \/>\nRadio Days. Alternative Musikvermittlung im Nicht-Kommerziellen Lokalradio.<\/strong><\/p>\n<p>Etwas speziellere Variante des Themas, f\u00fcr mich als weder Radioh\u00f6rerin noch &ndash;Macherin relativ uninteressant, das mag engagierteren Menschen durchaus weiter helfen. Auch hier wird das Gute, in diesem Fall die &#8220;Gegen\u00f6ffentlichkeit&#8221;, die es zu bieten gilt, mitsamt ihren &#8220;(idealen) Kriterien&#8221; f\u00fcr ein Radio, das genau dies tun m\u00f6chte, nicht weiter erkl\u00e4rt, obwohl doch gerade dieser Begriff in Zeiten, in denen l\u00e4ngst das &#8220;selber Produzieren&#8221; von Inhalten, sozusagen Grassroots f\u00fcr die Massen, in Form von blogging&ndash;services und photohostern wie flickr, und all dem anderen was sich sonst noch web 2.0 schimpft, erfolgreich vermarktet wird bzw. der so unbezahlt produzierte Inhalt zu Geld gemacht wird, zumindest problematisiert werden sollte. Das selbe gilt f\u00fcr den hier idealisierend verwendeten Begriff der &#8220;alternativen Musikkultur&#8221; in Bezug auf Ph\u00e4nomene wie myspace.com .<\/p>\n<p>Soweit f\u00fcr heute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich auf absehbare Zeit nicht die Ruhe haben werde, die ganze Testcard #15 mit dem bezaubernden Titel auf einmal zu besprechen, folgen hier nur die ersten bits&#8217;n&#8217;pieces. In Inhaltsverzeichnisordnung, in Auslassung meiner eigenen Beitr\u00e4ge. (Nicht verwirren lassen, wenn euer browser der Meinung ist, der Link f\u00fchre zu #14:Discover America. 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