Geistlose Neurologie

Der Spiegel hat festgestellt, dass die Wissenschaft festgestellt hat, dass Arbeit blöd macht bzw. Kapitalismus tötet. Natürlich steht das da nicht so, sondern anders: chronischer Stress sei quasi ein Nervengift und eine interessante Arbeit halte gesund und schlau, im Gegensatz zu – surprise! surprise! – Langeweile. Und Wissenschaft, die Allgemeinplätze bestätigt, ist natürlich besonders “faszinierend”.

Es ist erstaunlich, wie hier auf 14 Seiten die verheerenden auch körperlichen/biologischen Folgen eines normalen Arbeitslebens geschildert werden können, während gleichzeitig so getan wird, als läge es in der reinen Selbstverantwortlichkeit und damit auch Möglichkeit eines jeden, es gar nicht so weit kommen zu lassen – also einen interessanten Job, ein ausgefülltes soziales Leben zu haben und trotz Konkurrenzdruck und anderer Unerfreulichkeiten einfach mal locker zu machen.

Nu ja, Ideologie und so…

SPOFF #20/15.5.06, S.164-178

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