Öffentliches Gelaber

In ferner Zukunft, am 8.Juni diesen Jahres werde ich für ca. 40 min im Bayrischen Rundfunk zu hören sein. Das ist noch lang hin und ich finde es selbst leicht absurd, aber wer es überprüfen will kann sich durch dieses txt Dokument wühlen: Hörspielheft 2007

Gar nicht mehr lange hin ist es allerdings zu folgendem Vortrag:

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Subversion on the dance floor?

Reflektionen und Interventionen zu elektronischer Tanzmusik zwischen Subversion und Kulturindustrie. Vorträge und Diskussion

Oona Leganovic ist Musikwissenschaftlerin und veröffentlicht in Testcard und Jungle World. Ihr Vortrag beschäftigt sich mit den Ursprüngen der Vorstellung einer ‘subversiven’ Popkultur. Sie zeichnet ihre Anfänge in verschiedenen Tanzmoden der letzten zweihundert Jahre nach – Erscheinungen, die ursprünglich hauptsächlich von ihren Gegnern als Verfall der Sitten bzw. moralische Zersetzung gebrandmarkt wurden. Irgendwann wurde aus der Beschimpfung ein Eigenlob, und bis heute ist die gefühlte ‘Subversion’ eng mit Tanzmusiken verknüpft. Wie ging das vor sich, und warum ausgerechnet Tanzmusik?

Christoph Fringeli ist DJ, betreibt das Plattenlabel Praxis und gibt das Magazine Datacide heraus. Sein Vortrag beschreibt die Herausbildung der britischen Technoszene, ausgehend von deren Ursprüngen in der Hippie- und Travellerszene. Insbesondere ihre Kriminalisierung mit dem Criminal Justice Act von 1994 gilt als wichtiges Datum. Bis zu diesem Zeitpunkt existierte eine Bewegung, die alternative Techno-Festivals organsierte und mit Bauwagen durch Großbritannien zog. Durch diffus anarchistische Ideen radikalisierte sich die Bewegung weiter, um nach 2000 in die Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Insbesondere die politische Ausrichtung wird ideologiekritisch beleuchtet. Wie lässt sich diese Bewegung einordnen und warum konnte sie sich so entwickeln?

Hans-Christian Psaar ist Sozialwissenschaftler und DJ und beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Kategorie des ‘Underground’. Mit der Kulturindustriethese von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno wird am Beispiel der Musikproduktion die prinzipielle Warenförmigkeit kultureller Produkte aufgezeigt. Underground ist dabei eine ökonomische Kategorie, die von einigen Beteiligten politisch aufgeladen und als subversiver Standpunkt gedeutet wird. Die daraus resultierenden Ideen sind im günstigsten Fall harmlos, im schlimmsten Fall durch strukturellen Antisemitismus geprägt.

Donnerstag 15.02.2007
Beginn: 19.30 Uhr
Eintritt Frei

Cafe Größenwahn
Kinzigstraße 9 (HH)
Berlin-Friedrichshain
U5 Samariterstrasse

kontakt: praxis@c8.com

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Das ganze fand schoneinmal statt (nur ohne mich).

Zu mir: Irgendwas sollte da halt stehen, so als Kompetenzsimulation. Und vielleicht komme ich jetzt endlich mal dazu, den lange angekündigten zweiten Teil von Popmusik und tanzenden Ekstase zu schreiben.

3 Responses to “Öffentliches Gelaber”

  1. *we* Says:

    1. Ich warte und freue mich auf Teil II von POPMUSIK UND TANZENDE EKSTASE

    2. missing Erscheinungsjahre:
    Michael Ventura: Vom Voodoo zum Walkman 1989
    Dennis Wier – Trance … 1997

    *we*

  2. scrupeda Says:

    Vielen Dank! Auch wenn die beiden tatsächlich recht zeitlose Bücher sind…

  3. Radiotip: Butzmannsche Soundbeams « Raumzeit Says:

    […] Menschen und anderen Tieren’ (SWR 2006). Im Studio: Oona Leganovic, Journalistin und Technikhistorikerin Julian Doepp, Moderation Thema: Klänge aufräumen und […]

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